Freitag, 23. Januar 2015

Abschlussprojekt

#abseitsdesplatzes

Endlich melde ich mich hier mal wieder! Und der Grund, wieso ich so lange keinen Blogeintrag geschrieben habe, ist derselbe worüber ich heute schreiben möchte: mein Abschlussprojekt. 

(Für alle die den ersten Blogbeitrag dazu verpasst haben, hier könnt ihr ihn schnell nochmal lesen.)

Nach wochen- bzw. eigentlich monatelanger Arbeit war es gestern Abend endlich soweit: ich konnte meinen Imagefilm auf DVD in Händen halten. 
Ich bin nicht hundertprozentig zufrieden, einige Kleinigkeiten stören mich, aber ich bin sehr stolz darauf, etwas derartiges auf die Beine gestellt zu haben und im Großen und Ganzen bin ich sehr glücklich mit dem Ergebnis. 

Ich verlinke euch hier mein Video und bin gespannt, wie es euch gefällt!




Zusätzlich zum Video war auch noch ein Artikel gefragt, den ich euch natürlich auch hier raufstelle. Mein Artikel soll Teil eines sportlichen Fachmagazines sein, dessen Reporter sich mit der Personal Coaching Agentur befasst und ihr einen Besuch abstattet, doch lest am besten selbst .. :)



______________________________________________


Eine neue Fitness-Philosophie macht sich einen Namen

Sieben Uhr morgens, der Wecker klingelt. Verschlafen tastet man das Nachtkästchen nach dem Störenfried ab. „Sport machen! :)“ blinkt einem auf dem viel zu hellen Display seines Smartphones, das oftmals auch als Wecker dienen muss, entgegen. Ja, man sollte heute wirklich Sport machen! Oder.. vielleicht doch erst morgen? Vielleicht hat morgen die beste Freundin ja auch Zeit, alleine ist es schließlich doch langweilig. Ja, morgen wird es ganz bestimmt klappen! Und schon hat man sich im Bett herum gedreht und ist wieder eingeschlafen. Diese Situation kommt wahrscheinlich dem ein oder anderen bekannt vor. Die Glückshormone, von denen so viele begeisterte Sportler sprechen, sucht man erstmal vergeblich wenn man anfangen möchte regelmäßig Sport zu betreiben. Oft fällt es schwer sich zu überwinden und den ersten Schritt zu wagen. Zusammen mit Freunden geht es dann zwar etwas leichter, doch was wenn die mal keine Zeit haben oder ein völlig anderes Tempo an den Tag legen? Hier kommt eine relativ junge Fitness-Philosophie ins Spiel: eine Personal Coaching Agentur. Noch nie gehört? Das ist kein Wunder, in Deutschland gibt es nur eine Handvoll davon, in Österreich sind sie nur in großen Städten zu finden. Im Normalfall sind Personal Coaches in Fitness-Studios angestellt oder selbstständig. Da ist eine Personal Coaching Agentur etwas ganz Neues. Ein Unternehmen hat es jedoch bereits aus dem Schatten ins Rampenlicht geschafft und Wirbel um diese Philosophie entfacht: MOT[IVAT]ION. 

Das Konzept des Personal Coaching ist eigentlich ganz einfach, wie uns Ulrike Eberlberger, Gründerin und Geschäftsführerin der Agentur MOT[IVAT]ION, erklärt: „Jeder Kunde bekommt einen Personal Coach zur Seite gestellt, der ihn auf seinem persönlichen Fitness-Weg begleitet. Er soll dem Kunden helfen, den regelmäßigen Sport in seinen Alltag zu integrieren.“
Klingt tatsächlich sehr einfach, aber ist es das auch? Und bis jetzt sehen wir noch nicht viel Unterschied zu einem Personal Coach im Fitness-Studio. Doch das ändert sich rasch, als wir erfahren wie das ganze vonstatten gehen soll. Das Training ist nicht auf die Agentur-Räumlichkeiten beschränkt, sondern kann ganz flexibel im Studio, in der Wohnung des Kunden oder in der Natur abgehalten werden. Gemeinsame Spaziergänge und Radausflüge stehen ebenso auf dem Programm wie Skiausflüge oder gemeinsame Kochabende. 


        Gemeinsame Bergtouren sind keine Seltenheit. 

Das Herzstück dieser Agenturphilosophie ist jedoch nicht alleine die Flexibilität, sondern auch die Beziehung zwischen Coach und Kunde. Hier ist man der Meinung, mit einem Freund trainiert es sich viel leichter. Diese Aussage findet wahrscheinlich auch bei den Lesern sehr viel Zustimmung. Genau deshalb soll das Ganze auch nicht nach dem gängigen Schüler-Lehrer Prinzip ablaufen, wobei der Coach nur Anweisungen gibt und daneben steht, sondern beide machen gemeinsam Sport. Im Idealfall soll eine freundschaftliche Beziehung entstehen. Das ist nun schon einmal ein weiterer großer Unterschied zum Fitness-Center-Coach, zu dem in der Regel kaum jemand eine derartig persönliche Bindung aufbaut. Grundsätzlich ist das ja auch eine gute Idee, aber ob das in der Wirklichkeit so leicht umzusetzen ist? Schließlich kann man sich nicht aussuchen, wen man sympathisch findet und wen nicht. Wenn es zwischen mit dem zugewiesenen Coach gar nicht klappt, ist man jedoch nicht verpflichtet den Vertrag zu erfüllen. Entweder man findet in der Agentur einen anderen Coach, der besser passt oder man kann den Vertrag auflösen. Auch ein Unterschied zu Fitness-Studios, die gerne weiterzahlen lassen. Auf der anderen Seite bedeutet diese Philosophie, dass ein Coach sich nur um eine beschränkte Anzahl von Kunden kümmern kann, da die Flexibilität ab einer gewissen Anzahl an zu Betreuenden auch zu Schwierigkeiten in der Termin-Koordination führen kann. 


Schlitten fahren im Winter: auch der Spaß kommt nicht zu kurz. 

Die Geschäftsführerin ist in ihrer Agentur auch selbst als Coach tätig und lebt diese Philosophie vor, wie kein anderer. Obwohl sie schon immer sportbegeistert gewesen war und andere mitreißen konnte, entstand die Geschäftsidee zu MOT[IVAT]ION erst sehr spät. Schon als ihre Kinder noch klein waren wurden deren Freunde zu Familienausflügen in die Berge oder auch mal an einen See mitgenommen. Doch der entscheidende Impuls kam erst, als eine Freundin ihrer Tochter - nun schon im Erwachsenenalter - sich bei ihr für die vielen Ausflüge in ihrer Kindheit bedankte. „Als ich das hörte dachte ich mir, dass es sicher viele Menschen gibt, die sich alleine nicht zum Sport überwinden können und dadurch etwas Großartiges verpassen. Oder, dass so viele Menschen sich Tag für Tag im Fitness-Studio, beim Laufen gehen oder bei sonstigen Aktivitäten lustlos plagen und nicht die schönen Seiten des Sports kennenlernen.“ Um das zu ändern wurde schließlich begonnen mit Leuten aus dem Umfeld gemeinsam Sport zu betreiben. Und wie das so ist, irgendwann kamen die Freunde mit ihren Freunden und diese dann wiederum mit ihren Freunden. Nach relativ kurzer Zeit musste die Entscheidung gefällt werden, ob das Level zurückgeschraubt oder in professioneller Zusammenarbeit mit Anderen weiter betrieben würde. 
Doch aller Anfang ist schwer und von einem überschaubaren Freundeskreis zu einem gutlaufenden Unternehmen ist es noch ein weiter Weg. Der auch keinesfalls immer leicht war, schließlich waren die Konkurrenten keine Gleichgesinnten, sondern renommierte Fitness-Studios, die sich ihren Namen und Status bereits seit Jahren erarbeitet hatten. Die Menschen auf diese neue Philosophie aufmerksam zu machen, wurde zur nächsten Aufgabe. Ulrike Eberlberger machte selbst Fortbildungen und holte sich erfahrene und junge Leute, die ihre Begeisterung teilten, hinzu. Es wurde ein Büro gemietet, vielfältig gestaltet und als mit der Zeit der Zustrom deutlich anstieg, schließlich auch ausgebaut. Eine weitere Entscheidung, die Risiko barg: denn wie lange würde diese moderne Philosophie die Menschen ansprechen? Was, wenn es nur eine Phase wäre? So schnell wie Fitness- oder Ernährungstrends kommen, umso schneller verschwinden sie dann auch wieder aus den Köpfen der Menschen. Doch wenn man aus heutiger Sicht, das große Wachstum dieser Personal Coaching Agentur,  innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne, betrachtet, war die Entscheidung goldrichtig.

Nachdem ich nun so viel davon gehört habe, mache ich mich nun endlich auf, um diese Besonderheit mit eigenen Augen zu sehen.  Als ich bei meinem Besuch das Haus betrete, springt mir im Eingangsbereich sofort die weiße Wand mit dem großen Logo ins Auge. Einfach und frisch, genau wie das 
Unternehmen und seine Philosophie. Im Namen stecken die beiden Schlagworte Motivation & Motion, das englische Wort für Bewegung, die kurz und prägnant die Werte der Agentur auf den Punkt bringen. Dieses System soll die Freude und den Spaß an Bewegung in den Vordergrund stellen. Der Coach ist dafür da, um zu motivieren und zu Höchstleistungen anzuspornen, jedoch alles mit Maß und Ziel. 

Ich betrete nun den Büroraum der direkt unter dem Dach liegt. Er ist völlig mit Holz verkleidet, große Dachfenster machen den Raum hell und freundlich. Ein Coach, der sich als Johannes vorstellt, kommt mir entgegen und drückt mir zur Begrüßung die Hand. Er wird mit mir heute ein Erstgespräch führen und einen Trainings- und Ernährungsplan erstellen. So wie bei jedem Kunden, der neu hierher kommt. Die Atmosphäre ist locker und so beginne ich über meine Probleme zu erzählen alleine Sport zu betreiben. Ich bin mir sicher, dass er ein und dieselbe Geschichte bereits zum hundertsten Mal hört, doch das sieht man ihm nicht an. Er ist interessiert, als ob er das alles zum ersten mal hören würde, wirft zwischendurch immer wieder Fragen ein und macht sich Notizen. Dann fangen wir an einen Trainingsplan zu erstellen. Er erklärt mir jeden Schritt genau und ist bemüht den Plan meinen Interessen und vor allem auch meinen Arbeitszeiten anzupassen. Das ganze Spiel wiederholt sich beim Ernährungsplan, hier wird mir erläutert, dass man sich nicht nur zum Sport sondern ab und an auch zum Kochen treffen könnte. Als wir schließlich fertig sind, werfe ich einen Blick auf die Uhr und stelle überrascht fest, dass bereits eine Stunde vergangen ist. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich mich einmal so lange über Fitness und Ernährung unterhalten könnte, ohne dass es mir lange vorkäme. Das Klima im Team ist locker und angenehm, erzählt mir der relativ junge Coach, der erst vor einem Jahr zu MOT[IVAT]ION gestoßen ist. Draußen höre ich Gelächter, als wollte jemand Johannes’ Worte unterstreichen.


Im Erstgespräch werden Trainings- und Ernährungsplan erstellt. 

Nicht nur das schöne Gebäude trägt zu dieser lockeren Stimmung bei, sondern auch die Tatsache, dass jeder der sich hier aufhält, freiwillig und aus eigenen Stücken hier ist. „Mit Zwang funktioniert das Training nicht. Disziplin, ja. Aber wenn ich mich quäle, werde ich nie Freude an dieser Bewegung haben können. Schlechte Erfahrungen können sehr 
einprägsam sein.“, so mein Begleiter, als er mir nun das restliche Haus zeigt. Zwei Frauen unterhalten sich gerade auf dem Sofa im Aufenthaltsraum und im Fitness-Raum läuft gerade eine Trainingseinheit. Ich sehe durch die Glastür lachende Gesichter, als eine Übung misslingt. Ja, Sport kann tatsächlich Spaß machen, schießt es mir durch den Kopf.
Für Menschen, die ungern in eine neue Gemeinschaft kommen, die sich in einem Fitness-Studio sofort mit anderen vergleichen oder sich alleine nicht zur regelmäßigen Bewegung überwinden können, für all diese Menschen ist diese neuartige Philosophie genau das Richtige. Ich selbst zähle mich dazu.

 _____________________________________________

Hier möchte ich euch für euer Durchhaltevermögen beim Lesen danken. ;) In diesem Projekt steckt wirklich viel Energie und es hat auch einige Nerven gekostet, deswegen freut es mich, dass ihr bis hierhin durchgehalten habt. Auch nochmal ein riesiges Dankeschön an alle, die mich bei meinem Projekt unterstützt haben, ob durch ihr Mitwirken, durch Feedback und Kritik oder einfach  durch einige aufbauende Worte in der finalen Phase. Vielen Dank!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen